10.12.2019

Clever verpackt: Wie ein 19-Jähriger das Badezimmer von Plastik befreien will

Nina Dias

Ein Drittel der Single-Use Plastics auf Müllhalden stammt von Verpackungen für Körperhygiene und Co.

Benjamin Stern ist ein 14-jähriger Schüler, als er im Biologieunterricht sitzt und von diesem Problem erfährt. Das ist zu viel, denkt er sich, und beginnt nachzudenken. Einfach auf Plastikverpackungen zu verzichten, ist schwierig. Wer einmal aufmerksam durch den Drogeriemarkt läuft, dem wird auch schnell klar, wieso: es gibt kaum Alternativen. Shampoo oder Duschgel in Glasflaschen? Danach sucht man meist vergeblich.

Als Benjamin am selben Nachmittag von der Schule nach Hause kommt, erlebt er seinen persönlichen Heureka-Moment, wie er selbst sagt. Denn seine Mutter ist gerade dabei, eine Ladung Wäsche in der Waschmaschine zu waschen. Mit einem Waschmitteltab. Und was für Waschmittel funktioniert, das muss doch auch für Pflegeprodukte gehen, denkt er sich.

Seife auf der Hand

Probleme einfach (auf)lösen

Denn bei den Tabs ist das Waschmittel einfach in einer Folie eingeschlossen, die sich im Wasser auflöst. Benjamin beginnt direkt zu recherchieren. Wasserlösliches Verpackungsmaterial gibt es sicher auch in einer umweltschonenden Variante, denkt er sich. Und wird in der heimischen Küche fündig: eine Mischung aus Zucker, Wasser und Stärke.

Mit seinem Prototypen geht er zu einer Castingshow für Produktideen. Er stellt sein Projekt der Jury vor und kann einen Investor von sich überzeugen – nicht nur durch die innovative und umweltfreundliche Verpackung. Auch das Shampoo an sich ist vegan, tier- und umweltfreundlich. Und so dosiert, dass kein Shampoo verschwendet wird. Mit dem gegebenen Startkapital kann er sein Unternehmen Nohbo Drops ausbauen und seine Idee als heute 19 Jähriger realisieren.

Mut gewinnt

Ganz schön beeindruckend, nicht wahr? Benjamin ist natürlich so weit gekommen, weil er an seine Idee glaubt und viel dafür gearbeitet hat. Und weil er Dinge einfach gemacht hat. Beispielsweise hat er im Internet die E-Mail-Adressen der Geschäftsführer von großen Unternehmen recherchiert. So auch von dem CEO einer großen Hotelkette. Diesem hat er dann geschrieben und er hat ihm direkt geantwortet. Denn gerade Hotels haben mit immensen Mengen Verpackungsmüll zu kämpfen, da sie ihren Gästen meistens die kleinen Shampoo- und Duschgelflaschen anbieten.

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