24.09.2019

Wie 16 Teenager die Welt verklagen

Vor 30 Jahren verabschiedeten die Vereinten Nationen die Kinderrechtskonventionen. Das Ziel? Alle Kinder der Welt zu schützen und ihnen allen ein lebenswertes und gutes Leben zu ermöglichen. Damals wurde ein Zusatzartikel verabschiedet, der Kindern ermöglicht, Klage einzureichen, sollten diese Ziele ihrer Meinung nach nicht erreicht werden. Vermutlich ein Dokument, das nicht vielen bekannt ist. Diesen 16 findigen Teenagern aber schon. Sie haben nun auf Grundlage dieser Kinderrechtskonventionen Beschwerde gegen 5 Länder eingereicht. Unter anderem auch Deutschland.

Untätigkeit wird gestraft

Der Klimawandel betreffe nicht nur das Wetter, klagt die Gruppe an. Sie stammen aus 12 unterschiedlichen Nationen, jede davon kennt ihr eigenen ungewöhnlichen Wetterphänomene und deren Konsequenzen wie Hunger, Durst und schwindender Wohnraum. Zugegeben, zuerst klingt der Weg von Klimawandel zu Verletzung der Kinderrechte etwas lang. Aber Sinn macht es auf jeden Fall. Denn wo es weder Essen, Trinken noch Lebensraum gibt, da gibt es auch keine Bildung, Infrastruktur, Chancen oder Möglichkeiten. Und dort kann auch kein Kind in Sicherheit und Frieden aufwachsen.

Auf der Anklagebank stehen neben Deutschland vier weitere Länder: Brasilien, Argentinien, Frankreich und die Türkei. Die Anklageschrift lautet im übertragenen Sinne eigentlich unterlassene Hilfeleistung. Denn dadurch, dass die Länder nicht aktiv werden gegen den Klimawandel – und zwar so aktiv, dass sich auch wirklich etwas ändert – nehmen sie in Kauf, dass heutige wie künftige Generationen kein sicheres Leben mehr führen können. Ihre Klimapolitik ist unzureichend – und man lernt schon in der Schule: unzureichend ist einfach nicht genug.

Iris Duquesne (France), David Ackley III (Marshall Islands), Raina Ivanova (Germany) & Litokne Kabua (Marshall Islands)
Iris Duquesne (France), David Ackley III (Marshall Islands), Raina Ivanova (Germany) & Litokne Kabua (Marshall Islands)

Die eingereichte Beschwerde wird nun geprüft

Wie das Ergebnis aussehen könnte, kann jetzt noch niemand sagen. Fakt ist aber: zum ersten Mal stehen Kinder und Jugendliche für sich selbst ein und werden nicht von einem Erwachsenen vertreten.
Chiara Sacchi
Chiara Sachhi

Argentinien

I’m truly mad. It’s not like ‘oh, I’m sad.’ I’m angry! We [the children] are alone here and there aren’t a lot of people that will take action. ("Ich bin echt sauer. Ich bin nicht traurig, ich bin wütend! Wir Kinder sind hier alleine und es gibt nicht viele Menschen, die etwas bewegen werden.")

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